Film & Fernsehen | 1971
3:0 für die Bärte
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| Erstausstrahlung: | |
So., 14.11.1971 11:00–11:30 Uhr
Deutsches Fernsehen |
| Gesamtlaufzeit (PAL): | | 112′51″ |
| Bild: | | 4:3 in Farbe |
| Konservierung: | | Umkehr-Film 16mm zzgl. Magnetfilm 16mm (reines Tonband) Vollständig erhalten |
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| Buchvorlage: | |
Heiner Gross |
| Drehbuch: | |
Manfred Jenning |
| Regie: | |
Manfred Jenning |
| Puppenbau: | |
Hannelore Marschall-Oehmichen |
| Kostüme: | |
Rose Oehmichen Hermann Kopp |
| Bühnenbild: | |
Hannelore Radetzky |
| Bühnenbild-Assistenz: | |
Ernst Josef Ammann |
| Bühnenbau/ Dekoration: | |
Hermann Kopp |
| Musik: | |
Hermann Amann |
| Ton: | |
Wolfgang Richter Erich Neumann |
| Kamera: | |
Hans Schacht |
| Filmschnitt: | |
Margot Schellemann |
| Grafik: | |
Hannelore Radetzky |
| Regie-Assistenz: | |
Margot Schellemann |
| Produktionsleitung: | |
Heinz Niemczik |
| Gesamtleitung: | |
Josef Göhlen |
| Produktion: | |
Hessischer Rundfunk |
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Inhaltsangabe:Eingebettet zwischen vier sanften Hügeln liegt Tansibor, die Hauptstadt des Wunderlandes. Blickt man von einer der Anhöhen hinunter, sieht man … vorerst mal gar nichts. Es genügt jedoch, einmal ganz sanft die Augen zu reiben, schon wird sie sichtbar.
Obwohl das seltsam erscheinen mag, sind das Sonderbarste an Tansibor seine Bewohner. Sie tragen ohne Ausnahme Bärte oder Haare bis zum Boden und verwalten die Märchen der Welt.
Leider haben sie jedoch große Sorgen: Die Kinder der Menschenwelt verlieren das Interesse an den alten Märchen. So auch Bärbel und Hans, die lieber die Fahrt mit dem Raumschiff Apollo nachspielen.
Der Rat von Tansibor beschließt also ein Tor zwischen den beiden Welten herzustellen, durch das ein Kind nach Tansibor kommen soll, um den Wunderländern den Weg zurück zu den Kindern zu weisen.
Tatsächlich kommen Bärbel und Hans schon bald nach Tansibor. Bärbel wird zur Königin gekrönt und Hans zum General ernannt, doch schon während Königin Bärbel ihr Reich besichtigt, geschieht etwas Unerwartetes.
Der böse Zauberer Sabor rüstet zum Angriff gegen Tansibor, aus dem er vor Jahren wegen seiner eigenwilligen Zauberei vertrieben wurde. Er hat nur einen Gedanken: Rache zu nehmen an den Bewohnern der Stadt. Zu diesem Zweck hat er eine gewaltige Roboterarmee entworfen, die zur Vernichtung der Stadt auszieht.
Informationen:3:0 für die Bärte ist der erste Teil der Trilogie um die Abenteuer des Hans Butz und des Zauberers Sabor. Auf Band 1
3:0 für die Bärte, Die Abenteuer des Hans Butz folgten Band 2
Tumult auf der Kyburg, Neue Abenteuer des Hans Butz (die Geschichte spielt in der realen Welt und setzt genau am Ende des ersten Bandes an) und Band 3
Sabor's Wunderboot.
Ursprünglich bestand die Absicht, auch den zweiten Teil mit der
Augsburger Puppenkiste zu verfilmen, da sich in diesem der Kreis schließt.
1 Personalwechsel beim
Hessischen Rundfunk führten aber dazu, dass dann doch andere Stoffe für die Serien der nächsten Jahre ausgewählt wurden.
Episodentitel (Erstausstrahlung - Laufzeit):
1. Folge: Der Zauberreifen
(So., 14.11.1971 • 11:00–11:30 Uhr • 26′58″)
In Tansibor, der Hauptstadt des Wunderlandes, verwaltet das Volk der Bärte die Märchenwelt. Derzeit sitzen der »König bis auf Weiteres«, der Admiral und die Meister der drei magischen Zünfte im Schloss um einen großen schweren Tisch herum, denn schwerer noch als der Tisch sind ihre Sorgen. Immer seltener finden Kinder der Menschen in ihren Träumen den Weg ins Wunderland. Fast scheint es, als hätte das Reich der Märchen den Anschluss an die Menschenwelt verloren. Die Bärte beschließen daher einen Zauberreifen als Tor zwischen den Welten zu fertigen, durch den Kinder nach Tansibor gebracht werden sollen, um den Bärten den Weg zurück zu den anderen Kindern zu weisen.
2. Folge: Die wundersame Reise
(So., 21.11.1971 • 11:00–11:30 Uhr • 28′19″)
Die Menschenkinder Hans Butz und seine Freundin Bärbel sind durch den Zauberreifen ins Wunderland gelangt. Der Admiral nimmt sie an der Landesgrenze in Empfang und führt sie durch den Wald der Drachen nach Tansibor. Dort wird Bärbel zur Königin gekrönt und Hans zum General ernannt. Am nächsten Tag möchte sich Bärbel gerne ihr Reich ansehen. Vom Admiral geleitet durchreisen Hans und Bärbel daher die Märchenwelt, wo sie allerlei Gestalten aus Märchen und Sagen treffen. Im Spielzeugland treffen Sie jedoch auch auf Sabor. Der ehemalige Zaubermeister der Bärte, der vor vielen Jahren ersetzt und verbannt wurde, weil er in eigensinniger Art und Weise seltsame Erfindungen schuf, sinnt auf Rache und zaubert die drei Reisenden an einen anderen Ort. Am Biberfluss können sich die Kinder und der Admiral aber ein Floß leihen und gelangen auf diese Weise zur Insel des Gelächters.
3. Folge: Die Insel des Gelächters
(So., 28.11.1971 • 11:00–11:30 Uhr • 28′23″)
Die Menschenkinder Hans und Bärbel sind mit dem Admiral der Bärte auf der Insel des Gelächters angekommen. Der Räuber Vulkan geleitet sie zur Burg der lachenden Räuber, wo sie den Räuberhauptmann Pimpernel um ein Nachtquartier bitten. Nach Mitternacht ist in der Burg jedoch nicht mehr an Schlaf zu denken, denn es geht um in den alten Mauern. Als endlich der Morgen graut bleibt Hans, Bärbel und dem Admiral aber keine Zeit für Müdigkeit, denn der Luftmarschall aus Tansibor holt die drei mit Störchen zurück in die Hauptstadt, die derzeit von einem gewaltigen Roboterpanzer angegriffen wird.
4. Folge: Der böse Sabor
(So., 05.12.1971 • 11:00–11:30 Uhr • 29′11″)
Nach dem Sieg der Bärte über Sabors ferngesteuertem Roboterpanzer verlegt der ehemalige Zaubermeister sich auf die Schaffung einer gewaltigen Armee von Robotern. Die erste Vorhut kann General Hans zwar mit Hilfe eines Baggers in die Flucht schlagen, doch Sabor gibt nicht auf und seine Fabrikationsanlagen arbeiten Tag und Nacht. Die Bärte müssen zum Gegenschlag ausholen.
Figuren und Sprecher:
Produktionsdaten:11.05.1971, 18:00–20:30 Uhr: Leseprobe
12.–14.05.1971: Dialogaufnahmen in Augsburg
15.05.1971: Aufnahme der Arbeitsmusik (nur Gitarre) in Augsburg
16.+17.05.1971: Tonschnitt in Augsburg
19.05.1971, abends: Vorbesprechung von
Manfred Jenning,
Margot Schellemann und
Hans Schacht
01.06.1971: Foyer (Aufbau Reisebühne) und Puppen für Dreh herrichten
02.06.–03.07.1971: Dreharbeiten in Augsburg
06.07.–09.08.1971: Ausmusterung und Filmschnitt in Neusäß
10.–22.08.1971: Ton an Bild anlegen und Zeiten für Geräusche und Musiken feststellen in Neusäß
23.08.1971, 09:00–02:10 Uhr: Musikaufnahmen in Augsburg
24.08.1971, 18:00–02:00 Uhr: Geräuschaufnahmen in Augsburg
25.08.1971, 18:00–22:00 Uhr: Gesangsaufnahmen in Augsburg
25.08.1971, 22:00–04:30 Uhr: Geräuschaufnahmen in Augsburg
26.08.1971: Tonschnitt in Neusäß
08.09.–16.10.1971: Ton an Bild anlegen in Neusäß
21.–24.10.1971: Erstellung der Mischpläne in Neusäß
25.–28.10.1971: Mischung und Abnahme in Frankfurt a. M.
29.10–01.11.1979: Erstellung einer neuen Mischung für Folge 2 in Frankfurt a. M.
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Die Bewohner von Tansibor haben ausnahmslos lange Bärte oder Haare. Man nennt die Verwalter der Märchen daher einfach nur »die Bärte«.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Rat von Tansibor, hier der Zaubermeister, der Admiral und der »König bis auf Weiteres« diskutieren über die Frage, wie man den Weg zurück zu den Herzen der Menschenkinder finden soll.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Feenmeister, der Hexenmeister und der Zaubermeister.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Im Verlauf der Meistersitzung ahndet der »König bis auf Weiteres« unsachgemäße Äußerungen mit einem Glas Peperoni. Schon ein Bissen genügt und die Meister gehen an die Decke.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Ehe der Hexenmeister den Zauberreifen gefertigt hat, mit dessen Hilfe ein Kind ins Wunderland geholt werden soll, geht es so hoch her in seiner Alchimistenküche, dass man selbst draußen auf der Straße nicht vor den Auswirkungen sicher ist.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Hans Butz und seine Freundin Bärbel finden den Zauberreifen.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Im Wohnzimmer seiner Eltern probiert Hans Butz den Zauberreifen erneut aus.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Als Bärbel und Hans durch den Reifen geschlüpft sind, finden sie sich im Wunderland wieder. Der Admiral erwartet sie bereits.
[© Hans-G. u. Christine Meile, (Dia fehlt)]

Bärbel und Hans werden vom Admiral gewarnt. Um nach Tansibor zu gelangen, müssen sie den Drachenwald durchqueren.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Im Drachenwald empfiehlt es sich, die Drachen nicht zu reizen, denn sonst sind sie gar nicht reizend.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Bärbel, Hans und der Admiral merken nicht, dass sie beim Durchqueren des Drachenwaldes Gesellschaft haben.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Ein kleiner Drache ist Bärbel, Hans und dem Admiral aus dem Wald hinaus auf die Wiese der vier Jahreszeiten gefolgt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Die Drachenmama holt ihren Ausreißer zurück.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Lauter Jubel umfängt Bärbel und Hans, als der Admiral die Kinder durch die Straßen Tansibors zum Schloss führt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

In einer Parade begleiten die Bärte den Admiral, Hans und Bärbel zum Schloss.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der »König bis auf Weiteres« krönt Bärbel zur Königin des Wunderlands.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Admiral, Königin Bärbel und General Hans beginnen ihre Reise durch das Wunderland an der Pforte zum Märchenwald. Leider scheint Dornröschen mal wieder zu schlafen.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Zum Glück ist der Prinz bereits unterwegs, für den sich die Dornenhecke teilt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Bei einer Begegnung mit Baron Münchhausen erzählt dieser Bärbel und Hans von seinem legendären Ritt auf der Kanonenkugel.
[© Hessischer Rundfunk, Screenshot]

In einer Kutsche setzt der Admiral die Rundreise durch das Wunderland mit Hans und Bärbel fort.
[© Hans-G. u. Christine Meile, (Dia fehlt)]

Auf der Baustelle der Firma Biber und Sohn gerät der Admiral durch seine Unachtsamkeit in eine peinliche Lage.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Willi (l.) und Robert Biber
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Admiral mit Frau Biber in der Biberburg.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Hans, der Admiral und Bärbel haben sich ein Floß von den Bibern ausleihen können und setzen ihre Reise durch das Wunderland auf dem Fluss fort.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Hans, der Admiral und Bärbel stranden mit dem Floß der Familie Biber auf dem Rücken der Riesenschildkröte.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Wassermann erklärt, dass die Riesenschildkröte durch ihr Strampeln dafür sorgt, dass Flusswasser in den Graben umgeleitet wird, der die Insel des Gelächters umgibt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Räuber Vulkan muss mal rasch auf die »Beruhigung«.
[© Hans-G. u. Christine Meile, (Dia fehlt)]

v.r.n.l.: Hauptmann Pimpernell, Vulkan, Hiasl, Vize-Hauptmann Pankratz und der »Doktor« vor ihrer Burg auf der Insel des Gelächters.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Die Räuber musizieren zu Ehren ihrer Gäste.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Admiral, Hans und Bärbel erfahren von Räuberhauptmann Pimpernell wie es dazu kam, dass die Räuber immerzu lachen müssen.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Des Nachts haben Hans und der Admiral einige ziemlich gespenstische Begegnungen in der Burg der Räuber.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Wer ständig lachen muss, findet keinen Schlaf. So hat der Räuber Vulkan sich zum Zeitvertreib das Jonglieren beigebracht.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Luftmarschall von Tansibor setzt mit seiner Flotte zur Landung auf der Insel des Gelächters an. Die Anwesenheit der Königin, des Generals und des Admirals in Tansibor ist dringend erforderlich, denn ein Ungeheuer nähert sich der Stadt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Admiral, General Hans und der Luftmarschall fliegen auf dem Rücken der »Hubschrauber« von Tansibor zurück zur Stadt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Die Bewohner von Tansibor verbarrikadieren ihr Stadttor.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Sabors Roboterpanzer walzt durch die Straßen und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung in Tansibor.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Admiral stellt sich tapfer dem Roboterpanzer.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Hans gelingt es, die Antenne des Panzers abzuknicken und das Gefährt so der ferngesteuerten Kontrolle Sabors zu entziehen.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Führerlos geworden steuert der Roboterpanzer auf den Schlossgraben zu.
[© Hans-G. u. Christine Meile, (Dia fehlt)]

Der Roboterpanzer ist im Schlossgraben zerschellt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Sabor und sein Roboterbutler Johann.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Sabors Roboterarmee wird von Motorboten zum Festland übergesetzt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Die Bewohner von Tansibor haben zum Schutz ihrer Stadt zu einschneidenden Maßnahmen gegriffen.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Sabors Roboterarmee hat das Stadttor überwunden.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Die Roboter rücken unaufhaltsam in die Stadt vor. Daran kann auch der mutige Admiral nichts ändern.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Hans hat zur Gegenwehr einen Bagger geholt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Hans bekämpft Technik mit Technik. Mit einem Bagger greift er die Roboter erfolgreich an und treibt sie in die Flucht.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Rat von Tansibor, bestehend aus Feenmeister, Hexenmeister, Zaubermeister, dem »König bis auf Weiteres«, dem Admiral sowie den Menschenkindern Bärbel und Hans, beschließt zum Gegenangriff überzugehen. Die Armee der Bärte soll Sabors Fabrik angreifen, damit nicht immer neue Armeen von Robotern hergestellt werden können.
[© Hans-G. u. Christine Meile, (Dia fehlt)]

Die Armee Tansibors vertreibt sich die Zeit bis zum Aufbruch an die Front mit Fußball.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Auf dem Segelschiff bringt der Admiral die Armee und General Hans zu Sabors Insel.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Durch eine Manipulation von Hans zerlegen die Roboter nicht Tansibor sondern Sabors Fabrik.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Auch im Kontrollraum seiner Roboterfabrik erreichen Sabor explosive Auswirkungen von Hans' Computermanipulation.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Der Luftmarschall, General Hans und der Admiral haben die Bärte am Ufer des Sees, in dessen Mitte Sabors Insel liegt, versammelt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]

Als Sabor im Schlafgemach von Bärbel den Zauberreifen entdeckt, flüchtet er in die Menschenwelt.
[© Hans-G. u. Christine Meile]
Weitere Informationen:Wie die Musiker lernten, falsch zu spielen
Für die Szene des Gastmahls in der Räuberburg auf der Insel des Gelächters war vorgesehen, dass die Räuber zu Ehren Ihrer Gäste aufspielen sollten – in Ermangelung richtiger Instrumente, sollte dies vermittels Waffen und einem Pulverfass geschehen.
Für Drehbuchautor und Regisseur
Manfred Jenning stand folgerichtig fest, dass die Musik, die diesen sonderbaren Instrumenten entlockt wurde, ebenso sonderbar klingen musste.
Seine Anweisung an die Musiker war am Tag der Tonaufnahmen also ganz einfach: Sie hatten zwar Noten, sollten aber falsch spielen – jedoch nur so falsch, dass man die von
Hermann Amann komponierte Melodie noch erkennen könne.
Was so einfach klang, war für einen Musiker jedoch gar nicht einfach, um nicht zu sagen: unmöglich. Entweder spielte er die Noten, dann klang es
Jenning aber nicht schief genug, oder er spielte falsch, dann erkannte man die Melodie nicht mehr.
Nach langem Hin und Her – selbst
Jenning, der bei der Arbeit zu nahezu stoischer Ruhe fähig war, näherte sich langsam dem Ende seiner Geduld – kam Regie-Assistentin und Cutterin
Margot Schellemann endlich ein rettender Einfall. Sie unterbrach die Aufnahme, befand kurzerhand »Das machen wir als letztes!« und verteilte kurzerhand die Noten für das nächste Stück.
Die Aufnahmen dauerten noch einige Stunden. Es wurde Abend, es wurde Nacht. Mitternacht war längst verstrichen ehe alle Musiken aufgezeichnet waren, und in den Pausen hatten die Leute der
Puppenkiste ihren Gästen zuweilen etwas zum Durstlöschen geholt. Und, man ist schließlich in Bayern, Wasser tat es freilich nicht. Also: »A Tragl
5 Bier ... und noch a Tragl Bier ... und noch a Tragl Bier.« Und siehe da: Als die Reihe wieder an das falsch zu spielende Musikstück der Räuber kam, ging alles wie von selbst.