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Bühne | 1957
Die Schwäbische Schöpfung



Premiere:07.09.1957
Buchvorlage: Sebastian Sailer
Bearbeitung: Ernst Leopold Stahl
Inszenierung: Walter Oehmichen
Puppenbau: Hannelore Marschall-Oehmichen
Kostüme: Rose Oehmichen
Bühnenbild: Ernst Ammann
Musik: Sebastian Sailer
Musikal. Einrichtung: Franz Hallasch
Musikal. Leitung: Johannes Wedekind
Inhaltsangabe:
»Danze, springe, pfeife, singe sind im Himmel alte Dinge.« – doch in Ewigkeit ist der Müßigang im unendlichen Nichts etwas eintönig, darum fasst Gottvater einen folgenschweren Entschluss: »Nuits ischt nuits und wead nuits weara, drum hau i wölla a Wealt gebäara. Grad um dui Zeit, wo's nimmer schneit und a besser's Lüftla geit.« Er schafft die Welt, die Jahreszeiten, zündet Sonne, Mond, Planeten »und alle himmlichen Kerzen« an, lässt die sieben Elemente Holz, Stein, Metall, Luft, Wasser, Erde und Feuer entstehen und bevölkert Himmel, Luft und Wasser mit zahlreichen Tieren. Doch etwas fehlt noch …
»An Menscha, dear Meister ischt über dia Sacha, muaß i wohl zur guater Letzt macha. Ussam Loim, ussam Leatta, will i ihn do ausser kneatta.« – Gesagt, getan – doch fehlt es dem Leib noch am Geist und Seele. Aber auch da weiß Gottvater freilich Rat und nur wenige Augenblicke später tritt oder vielmehr nießt sich Adam ins Leben.
Voller Freude über seine Schöpfung führt Gott seinen Sprößling ins Paradies, wo Adam zunächst den Tieren ihre Namen zuweisen darf und dabei erkennt, dass ihm im Gegensatz zu all den Viechern noch ein Weib fehlt. Der Vater ist nachdenklich. »Verschaff i ihm keine, so wir er verzagen, verschaff' i ihm eine, so ist er halt g'schlagen.« Schließlich lässt er sich aber doch überreden und schreitet zur Tat während Adam schläft. »E Ripple nimm i aus em Leib, und mach glei draus a wackres Weib.«
Und der muss nur wenige Minuten nach dem Erwachen schon erkennen, dass er wohl daran getan hätte, auf Gottes Wort zu hören. »Oh, wär' ich noch ledig und hätt' noch kein Weib, so bräucht' ich kei' Predigt, bei ihr i net bleib.« Die Ware ist jedoch vom Umtausch ausgeschlossen!
Das Weib erhält schließlich den Namen Aifa (Eva auf Schwäbisch) und die beiden leben eine Weile lang glücklich im Paradies bis Aifa von der teuflischen Schlange dazu verführt wird, die verbotenen Äpfel vom Baum der Erkenntnis zu kosten. »A Göttin weascht au weara und Adam eisar Herrgott sell.« Diese Verheißung macht am Ende auch Adam schwach. Beide essen daher vom Baum der Erkenntnis und werden sich umgehend ihrer Nacktheit bewusst, fühlen Scham und verhüllen sich. So geschieht, was geschehen muss. Gottvater verbannt die Menschen aus dem Paradies und stellt einen mit einem feurigen Säbel bewehrten Engel zur Wache an den Eingang.


Bühnenbild und Szenenfolge:
Prolog
1.Akt: Im Nichts und im Paradies
2.Akt: Im Paradies
3.Akt: Im Paradies und an den Grenzen des Paradies
Figuren und Sprecher:
Sebastian Sailer (Schauspieler)1
Walter Oehmichen
Gottvater
Walter Schellemann (Text)
Dr. Hans Ducrue (Gesang)
Adam
Manfred Jenning (Text)
Hermann Amann (Gesang)
Eva
Margot Schellemann (Text)
? Walter (Gesang)
Erzengel
Heinz Jenning
Bübleengel 1
Hannelore Oehmichen (Text)
Geis
Heinz Jenning
Kuh
Walter Oehmichen
Hengst
Hanns-Joachim Marschall
Hund
Hanns-Joachim Marschall
Esel
Walter Oehmichen
Bübleengel 2
Heinz Jenning (Gesang)
Bübleengel 3
Beatrix Laqua (Gesang)
Bübleengel 4
(stumm)
Produktionsdaten:
17.04.1961, 15:00–17:00 Uhr: Probe vor Wiederaufnahme


Prolog: Walter Oehmichen betritt als Sebastian Sailer den Zuschauerraum und spricht einige einleitende Worte
[© unbekannt]

1. Akt: Gottvater formt in seinen heiligen Hallen inmitten des Nichts den ersten Menschen
[© Fotostudio Meile]

3. Akt: Der Sündenfall, Eva bringt Adam die Frucht des Baums der Erkenntnis
[© Fotostudio Meile]

3. Akt: Der Erzengel vertreibt Adam und Eva auf Gottes Geheiß aus dem Paradies.
[© Fotostudio Meile]
Bezüge zu anderen Produktionen:

Ältere und jüngere Inszenierungen dieser Bühnentextfassung
A) 1967: Die schwäbische Schöpfung

   1 hält den Prolog
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